Warum Frauen im „Neo Magazin Royale“ nichts zu suchen haben

Ja, ich gebe zu, die Überschrift klingt reißerisch und ja, man könnte mir Clickbaiting unterstellen, deshalb zwei Dinge vorweg: Ich mag Jan Böhmermann sehr (und daran wird auch dieser Beitrag nichts ändern) und ich bin selbst eine Frau (wer diesem Blog folgt, der weiß auch das) – aber fangen wir vorne an. Als Jan Böhmermann, Moderator des Neo Magazin Royale und flauschige bessere Hälfte von Olli Schulz, in der vorletzten Ausgabe seines Satiremagazins verkündet hat, dass in der darauffolgenden Woche Johanna Maria Knothe zu Gast sein würde, habe ich mich gefreut. Mein erster Gedanke war zwar nicht „Juhu, endlich mal wieder ein weiblicher Gast!“, aber das war direkt der zweite nach: „Cool, die kenn ich von Bambule mit Sarah Kuttner und außerdem verschönern ihre klugen, teils feministischen Posts seit einigen Jahren meinen Facebook-Feed.“ Böhmermann betont öfter mal, dass die Überzahl männlicher Studiogäste nicht an mangelnden Einladungen in Richtung der weiblichen Prominenz läge – und das glaube ich ihm auch – aber aus irgendeinem Grund scheinen sich die Frauen nicht so recht in die Nähe jenes Mannes zu trauen, der nicht nur für den „Varoufake“ verantwortlich ist, sondern auch den Mut hatte, den türkischen Staatschef zu kritisieren.Weiterlesen »

Freier Fall

Ich hatte mal einen Freund, der war groß und hatte immer ein Lachen im Gesicht. Als Teenager war er die Art Freund, mit dem man im Park den Sommer verbrachte und wenn es dunkel wurde das erste Bier getrunken und von den Weinbergen aus den Sonnenuntergang beobachtet hat. Er war die Art Freund, die einen mit unter seine Jacke gelassen hat, wenn die Nächte kühler wurden und ich fror. Er war der Mensch, mit dem ich über meinen Liebeskummer sprechen konnte, bei einem oder zwei oder drei Schnaps in unserer Stammkneipe. Er war die Art Freund, mit dem ich im Vollsuff vor Jahren rumgeknutscht habe. Und wir hatten eine Freundschaft, die nicht mal daran kaputt gegangen ist, als er sich Jahre später tatsächlich in mich verliebt hat. Ich hatte mal einen Freund, der für mich da war, wenn ich fiel. Er war die Art Freund, die am nächsten Morgen vor der Tür stand, als es mir so richtig schlecht ging. Er war der Freund, in dessen Armen ich bitterlich weinen konnte, als mein Ex-Freund seine letzten Sachen bei mir abholte. Er war die Art Freund, die mich danach wieder aufbaute, mir Mut zusprach. Er war der Mensch, dem ich tatsächlich glaubte, dass alles wieder gut werden würde.

Ich habe einen Freund, der mir Fotos schickt, wenn er an Orten ist, an denen er an mich denken muss. Der mich anruft, wenn es ihm wieder schlecht geht. Den ich aufbaue, den ich auffange, nur damit er kurz danach wieder fällt. Mein bester Freund war einmal der lustigste und liebevollste Mensch, den ich mir vorstellen kann. Aber Menschen verändern sich. Sie verändern sich, wenn sie jahrelang Drogen konsumieren. Jetzt habe ich einen Freund, der nicht begreifen kann, dass er niemals ein normales Verhältnis zu Drogen jeglicher Art haben wird. Der nicht begreifen will, dass sich etwas ändern muss, wenn er eines Tages einen Job, eine Familie oder einfach ein Leben haben möchte, das ihn glücklich macht.

Ich habe einen Freund, der langsam verschwindet.

Bildquelle: Aufgenommen von meinem besten Freund, der immer an mich denken muss, wenn er an der Alster spazieren geht.

 

Done 

Ich habe keine Worte mehr übrig, die dieses Gefühl beschreiben. 

Der schlimmste Feind

Ich habe jemanden kennen gelernt. Bääm. Eigentlich ein total schöner Satz, aber eben nur eigentlich. Er ist der wahrscheinlich tollste Mann, der mir je begegnet ist. Von Anfang an keine Spielchen, die tollsten und lustigsten Gespräche der Welt. Alles ist klar, er will mich, ich müsste nur zugreifen. Aber als er „exclusive dating“ möchte, kann ich nicht. Und ich hasse mich selbst ein wenig, als sich dieser Satz in meinen Gedanken breit macht: Ich will mich nicht festlegen. Weiterlesen »

Die richtige Frage

Wir laufen nebeneinander die Straße entlang. 

„Sag mal, darf ich dich was fragen?“

„Klar, alles.“

„Vermisst du ihn eigentlich noch?“

„Ja, jeden Tag.“

„Du bist also noch immer in ihn verliebt?“

„Du stellst die falsche Frage.“

„Was wäre denn die richtige?“

„Ich bin sicher, du kommst von alleine drauf.“

Wir laufen weiter schweigend nebeneinander her. Plötzlich bleibt sie stehen.

„Ich denke, ich hab’s jetzt.“

„Und?“

„Willst du noch mit ihm zusammen sein?“

Ich lächle sie an. Richtige Frage.

„Nein, das möchte ich nicht mehr.“

„Na, das ist doch mal ein Fortschritt.“

Sie sieht zufrieden aus, als wir weitergehen und hakt sich bei mir unter.

„Obwohl…Wenn man bedenkt, dass du gerade gar keinen an dich ranlässt, vielleicht auch nicht.“

„Hmmmja, aber es ist doch ein Fortschritt, für den ich dankbar bin. Auch wenn er noch so klein ist.“

Beitragsbild: http://mycolorscreen.com/wp-content/uploads/users/pawell86/wallpaper02.png